Sonntag, 9. November 2014

MO 3.11.14 - Mit dem Gestaltungssinn zeichnen

Kurztext:

Keiner der üblichen klassischen 7 Sinne, aber gelegentlich doch wahrnehmbar vorhanden (auch wenn es mitunter da und dort Gründe gibt anzunehmen, dass er evtl. doch nicht so oft existiert ;-) )

Dieser Abend gehört zu den Wichtigsten des ganzen Kurses:
Es gilt zu lernen, auf das grosse Ganze einer Zeichnung zu achten.

Wenn man so will und in der Musikanalogie bleibt: Hier geht es um den Puls eines Bildes, also den
RHYTHMUS - ohne den Nichts ist...oder ohne den Alles nix ist...

Wir werden in einer späteren Einheit etwas genauer untersuchen, welche Gesetze die Verteilung von Hell und Dunkel oder anderer Bildelemente bestimmen könne. Jetzt aber geht es erst einmal auf einfachste Weise darum, ein Gefühl für die Aufteilung einer Zeichenfläche zu entwickeln.


Folien:


 Warmups oder Lockerungsübungen:

Zum Warmweren und zur Einstimmung - Nachkritzeln einiger Helligkeitsverteilungen aus Daucher, S.24



Anhand von Verkleinerungen von Radierungen Rembrandts, der ein Meister der Helligkeitsverteilung war, kann man sich hiermit in die Denk- und Beobachtungsweise dieses Lernschrittes einüben.

Wählen Sie zunächst einmal eine Abbildung (ruhig auch auf den Kopf gestellt) aus, die Ihnen zusagt und kritzeln Sie nur die Verteilung der Flecken nach, ohne auf die Details der Erzählung zu achten.

Man kann auch gerne völlig abstrakt in hellen und dunklen Drei- und Vierecken oder Kreisen denken.
Schaut auch bewusst einmal, was genau euch an den euch unsympatischen Lösungen stört - gerade da lernt man oft am Meisten.
Ein kleiner Trick: Schaut durch die Wimpern des fast geschlossenen Auges. Mit diesem "Abblendtrick" gelingt es oft am Besten, das Hell-Dunkel-Muster zu identifizieren.
Ihr dürft gerne alle Vorlagen in jeder denkbaren Grösse nachzeichnen!

Das Werk Picassos ist für diese Übungen auch gut geeignet, da er auch ein besonders kreatives Aufteilungsgefühl besaß.



Übung zur Helligkeitsverteilung:

Wählt aus den Reproduktionen von Zeichnungen aus verschiedenen Epochen (siehe unten im Anhang) eine Arbeit aus, die euch entweder zusagt oder besonders provoziert und versucht nur kritzelnd mit dem Zeichenrepertoire, das wir in den letzten Wochen schon erarbeitet haben, den Kern der Zeichnung nachzuzeichnen.
- Achtet zuerst einmal auf das Gesamtformat und wo der betreffende Meister Akzente setzte.
- Achtet darauf, welches Verhältnis helle und dunkle Stellen haben,
- wo der Zeichner weggelassen oder durch viele Linien betont hat.
- Zeichnet nicht so sehr die Figuren, Gesichter und Details nach, sondern achtet zunächst nur auf den groben Aufbau und die Art der eingesetzten Linien (wo gibt es lange Geraden, wo kurze, staccato gesetzte Linien, wo Schwünge, wo Gebogene ?).

Diese Übungen sind nebenbei auch ein erster Kontakt mit der traditionellen Lernmethode der "KOPIE", die ich jedem Zeichenschüler unbedingt nahelege. Kopieren muss nicht immer bedeuten, exakt nachzuzeichnen, was ein alter oder neuer Meister vorlegt, sondern kann auch in einer individuellen INTERPRETATION bestehen, die sich die Vorlage mehr oder weniger frei erschliesst und dabei des Meisters Denke nachvollzieht - und man entdeckt evtl.dabei, dass die Lösungen plötzlich die Jahrhunderte übergreifen...

Ein Verfahren übrigens, das in der Musik üblich und legitim ist - weshalb nicht in der Zeichnung und Malerei?


Ich bitte, die folgenden Vorlagen auf diese Weise zu INTERPRETIEREN, mit all den Zeichenelementen, die bisher begegnet sind. Die Bilder auf den Kopf und sogar obendrein den Blick gedimmt unscharf zu stellen, kann dabei hilfreich sein.
(Bitte auf das jeweilige Bild klicken, es sollte sich eine vergrösserte und ausdruckbare Version des Bildes in einem neuen Browserfenster öffnen)

Ausgeteilte Vorlagen:










Etwas ausführlicher:

Heute bitte ich Sie, um die Zeichnung immer zuerst einen Rahmen zu zeichnen. Es mag stur erscheinen, aber meine Absicht ist es, damit bewusst zu machen, dass man mit jeder Aktion ein empfindliches Gleichgewicht von Strichen, Linien, Punkten und Flächen erstellt. Diese sind immer auf die 4 Seiten der Zeichenfläche bezogen.
Nicht umsonst heisst es, dass mit der Wahl eines bestimmten Formats schon die ersten 4 Linien eines Bildes gezogen sind.

Ihr solltet bemerken, dass das FORMAT die erste wichtige Entscheidung bei der Gestaltung einer Zeichnung ist und ein erstes, wichtiges Element des Rhythmus' - oder für alle Musikfreunde: So etwas wie der "Generalbass".

"Rhythmus" heisst diese Einheit, weil man mit jeder gezogenen Linie und mit jeder gekritzelten oder schraffierten Fläche eine Abwechslung oder einen Unterschied schafft, was sich als Abfolge von Leere und Aktion (Etwas und Nix, Hell und Dunkel, Leben und Tod, Yin und Yang usw...) darstellt, so wie ein Händeklatschen oder Fußstampfen eine zeitliche Abfolge markiert und strukturiert. In der Musik ergibt dies den "Puls" eines Stückes.
Was analog auch für die Zeichnung gilt.

In dieser ersten Annäherung an das Phänomen der Aufteilung und des visuellen Rhythmus genügen simple gekritzelte Verdichtungen und Auflockerungen, wie sie unten in der Fotokopie der Seite 24 aus Hans Daucher: "Die Grosse Zeichenschule" in der Stunde begegnet sind.
Wenn ihr euch nicht sicher seid, welche Aufteilung ihr bevorzugt oder für geeignet findet, kritzelt zur Vorbereitung einfach einmal bewusst einige der vorgestellten Lösungen nach, ihr werdet rasch merken, was irgendwie gut erscheint - oder schlicht langweilig, einfallslos und spannungsarm.
"Spannung" ist überhaupt ein wichtiges Wort in diesem Zusammenhang!

Rhythmus in der Zeichnung bedeutet in diesem ersten Schritt nur so etwas wie ein "AKZENTMUSTER" - mehr erst einmal nicht.
Sucht jetzt bitte nicht nach einer perfekten Lösung, nach einem perfekten Gesetz oder Rezept, sondern folgt dem, was ihr für richtig und angenehm haltet, sozusagen "aus dem Bauch heraus". Ihr werdet erleben, dass wir unbewusst bzw. kulturell vorgeprägt bestimmten Vorlieben folgen, die sich später auch beinahe mathematisch begründen lassen. Das muss uns jetzt allerdings nicht wirklich belasten.

Wenn es um "Blickregie" geht, d.h. darum, den Blick des Betrachters auf eine bestimmte, dramatische Stelle der Zeichnung zu lenken, die der ganzen Zeichenmühe überhaupt erst den Sinn verleiht, nutzen alle grossen Zeichner seit jeher diese Elemente der Aufteilung und Rhythmisierung des Zeichenblattes, gleichgültig nun, ob Van Dyck eine dramatische Szene um einen kosmischen Kuss webt oder der völlig abstrakte Franz Kline, der es bei der Spannung an sich belässt mit Zeichen, die nie eindeutig zu bestimmen sind - aber man kann es dennoch fühlen, dass die Sache irgendwie "sitzt", dass die Architektur aus Zeichen und Leere "stimmt".

Resultate:
(mit Klick auf das Bild erhält man ein vergrößerte Ansicht)





Dienstag, 21. Oktober 2014

MO 20.10.14 - Mit den Ohren zeichnen II


Kurzer Text:
Die Linie hatte heute den Auftrag, bestimmte und uns allen bekannte Emotionen darzustellen.

Langer Text:
Vielleicht kommt Ihnen der Ansatz "Mit den Ohren zu zeichnen" etwas albern vor oder er liegt Ihnen erst einmal einfach nicht.
Zumindest aber ist er ungewöhnlich! Er darf Ihnen durchaus auch nicht gefallen und nicht zu den Ergebnissen führen, die Sie erwartet haben. Die Erwartungen zu unterlaufen und das Zeichnen anders oder gar neu erleben zu lassen ist ja u.v.a. eines meiner Ziele.
Falls Sie trotzdem gar nichts damit anfangen können - in Ordnung! Es geht ja vorbei, schauen Sie einfach mit etwas Geduld und Toleranz auf das gewiss nahende Ende dieser anfänglichen Übungen und versuchen Sie sich Ihren eigenen Reim darauf zu machen.

Ziel dieser Übungen ist es, Ihnen bewusst zu machen, woher Zeichnen eigentlich kommt. 
Wir sind in der Regel so sehr darauf fixiert, mit dem Zeicheninstrument eine ausserhalb von uns selbst existierende Realität möglichst so genau wiedergeben zu wollen und im Extremfall "wie in echt" zu wiederholen, dass uns einer der wichtigsten Aspekte des Zeichnens oft erst sehr spät dämmert:
Es ist die persönliche, lebendige und ausdrucksvolle Linie/der Strich/die Spur, die eine gute Zeichnung ausmacht - gleichgültig, ob man nun abstrakt oder gegenständlich zu zeichnen vor hat !
Eine langweilige Zeichenspur rettet auch nicht im Geringsten eine noch so ambitionierte Zeichnung.

Ihnen die LINIE und deren Qualitäten vor Augen zu führen, ist zunächst Thema der ersten Wochen.
In der letzten Stunde verglich ich die Linie mit der Art, wie ein Musiker einen Ton produziert. Wenn man es genauer bedenkt, sind Linien, Zeichenspuren sehr gut mit den Tönen in der Musik vergleichbar. Gleichgültig wie genau diese nun produziert werden, sie machen die Musik und lassen etwas von den Beweggründen des Produzenten erahnen. Ein nur technisch korrekter Tonvollzug mag "richtig" sein, aber Musik macht er noch lange nicht!

Die Übungen der beiden "Ohren"-Abende lassen etwas von der Vielfalt und Bedeutung des Ausdrucks der Linie erahnen.

An diesem Abend nun ging es im nächsten Schritt darum, den Gefühlen, die in der vergangenen Stunde mit der Musik verbunden und dadurch im Wortsinn noch undeutlich waren, konkretere Bedeutung mitzugeben.

Die Linie hatte dagegen heute den Auftrag, bestimmte und uns allen bekannte Emotionen darzustellen. 
Die Ohren hatten dabei die Rolle, den ausgesprochenen "Spielauftrag" ("Wut", "Angst", "Freude", "Überraschung" etc) zu hören und via Hirn, Herz und Verstand den Zeichnenden dazu zu bringen, nachfühlend der Linie eine immer zwar persönliche aber oft für andere dann doch erstaunlich plausible Form zu geben, die die genannte Emotion darstellt.
Meine belegbare Behauptung ist es, dass wir alle von Geburt an weltweit das gleiche Grundrepertoire der dem Menschen möglichen Grundgefühle kennen, wiedererkennen, deuten und (mit der Zeit auch mit dem Zeichenstift) darstellen können. Eine evolutionäre Notwendigkeit, die Orientierung geben kann, Schutz, Abwehr oder Öffnung veranlasst.
Darauf setzten die Übungen des Abends an. Dass komplexe Emotionen schon schwerer zu erfassen und wiederzugeben sind, wurde nebenbei natürlich auch klar - was aber spätestens bei der kommenden Auseinandersetzung mit dem Zeichnen von Menschen spannend wird.

Ich nenne die vorgestellen Übungen "Übungen zur Empathie", eine Voreinstellung, die der Zeichner unbedingt trainieren sollte. Denn jede Zeichnung geht von uns, also unserer Wahrnehmung der Welt und der Auseinandersetzung und Kenntnis des Selbst aus: Man kann eigentlich nur richtig zeichnen, was man in sich kennt und nachvollziehen kann - ist meine noch zu beweisende These. Die ich vorerst einmal so stehen lasse.

Abschliessend versuchten wir dann zum ersten Mal alles bisher Gelernte in raschen gestischen Zeichnungen von konkreten Menschen vor uns anzuwenden. Ich erklärte Ihnen, was eine Geste ist und wie man diese so schnell, wie man sie machen kann auch als Zeichengeste aufs Papier bringen kann, die nicht notwendig deutbar eine menschliche Figur darstellen muss, sondern die Energie einer Bewegung oder einer Tätigkeit. Wir haben dabei auf Zuruf wacker allerlei Emotionen auf unsere Modelle projeziert und diese zu zeichnen versucht, indem wir der Linie den mutmasslichen Seelenzustand des Gegenüber mitgaben. Heftige Gefühle wurden deutlich und mehr oder weniger unterscheidbar erkennbar...

Wir werden so ab jetzt immer mal wieder und zunehmend häufiger das Zeichnen von Menschen üben.


Folien des Abends:

















Beispiele:





Beispiele:




Montag, 20. Oktober 2014

MO 13.10.14- Mit den Ohren zeichnen

Kurztext:

An diesem Abend ging es darum, Anregungen aus der Musik in das von Ausdruck und Gefühl getragene Linienproduzieren einzubeziehen.


Folien:





















Langer Text:
(work in progress)

Nachdem wir vergangenen Montag relativ spontan und unbefangen erste Warmups zeichneten, die uns eine Begegnung mit unserem jeweils persönlichen Strich brachten, kreiste die zweite Stunde um die Untersuchung unseres Ausdrucks.

Der in der Welt der Zeichnung gebräuchliche Begriff für die mit der Persönlichkeit des Zeichners verbundene Qualität der Linie ist DUKTUS.

Ein Vergleich mit unserer tief sitzenden Gewöhnung an einen ausgeglichenen und geradezu gleichförmigen Schreib-duktus führte klar vor, dass diese für die Sprachkommunikation sinnvolle Haltung geradezu ein Hindernis beim Zeichnen darstellt. 
Also ist nicht nur die Schreibhaltung des Werkzeugs, sondern auch die überaus kontrollierte und gleichförmige Art und Weise der Linienproduktion für das Zeichnen ungeeignet.

Es gibt in der Zeichenkunst überraschenderweise keine verbindliche Sprache über die Linienqualität. Der von Zeichenlehrern oft geäußerte Hinweis, beim Zeichnen doch bitte die Linienstärken und den damit verbundenen Druck der Hand bzw. des Instruments zu variieren, macht den Anfänger oft ratlos: Worin sollen denn diese Unterschiede im Strich begründet sein? Wann und warum soll man das denn tun? Ist das nicht oft beliebig und dem Augenblick, dem Zufall, der Stimmung unterworfen? Oder gibt es dafür Regeln?
Berechtigte Fragen, die sich im Prinzip nur der Zeichnende im Laufe der Zeit und Übung selbst beantworten kann. 


Da es wie gesagt für die Zeichner keine verbindliche Sprache dafür gibt, machte ich den Versuch, einen Übertrag aus der Musik zu wagen. In der notierten Musik gibt es für den Interpreten Hinweise auf die Ausführung und den Ausdruck der jeweiligen Passage eines Musikstückes. In der musikalischen Ausführung ist hier der Kern der künstlerischen Interpretation, denn die Anweisungen lassen immer Spielraum der Deutung.

Ähnliches könnte man nun auf die gezeichnete Linie übertragen:
Stellt euch vor, der Zeichenstift sei ein Instrument, die ausgeführte Spur der Ton.
Der Ausdruck einer Spur, eines Tones wäre dann aus den folgenden Elementen gebildet:

1) ARTIKULATION = Art der Ausführung, die Art des Ansatzes:
Von STACCATO (abgehackt, unverbunden, abgesetzt) <----> bis LEGATO (fliessend)

2) TEMPO = Geschwindigkeit der Ausführung:
Von LARGHISSIMO (sehr breit, behäbig) <----> bis PRESTISSIMO (sehr schnell)

3) DYNAMIK = Stärke oder Kraft der Ausführung:
Von piano pianissimo (ppp, sehr zart) <----> bis forte fortissimo (fff, sehr kräftig)

Spielt bitte in künftigen Warmups einfach alle Möglichkeiten und Kombinationen der Strichbildung durch, zum Beispiel:

- Sehr schnell ausgeführte, abgehackte, aber zart gesetzte Striche - und umgekehrt.
- Lang fliessende, ruhig ausgeführte kräftige Spuren - und umgekehrt.
- Sehr kräftige, behäbig aber abgehackt gesetzte Spuren - und umgekehrt.

Zwischen den genannten Extrempolen liegen viele Nuancen des Ausdrucks. Es sind unerschöpflich viele Kombinationen der genannten Elemente möglich.


Ziel der Übung insgesamt:
Euch soll zunehmend auffallen, dass ihr mit einem einzigen Werkzeug wie z.B. dem Signierstift viele Möglichkeiten des Ausdrucks habt. Je bewusster man diese Elemente der Spurbildung einsetzt, desto lebendiger und individueller werden eure Zeichnungen, gleichgültig, ob man nun abstrakt oder gegenständlich arbeitet.

Achtet einmal ganz bewusst beim Betrachten von Arbeiten anderer Zeichner, wie diese ihren Strich setzen: 
Van Goghs geschwind und dynamisch gesetzte Rohrfederspuren,   


Daumiers lebendig-nervös und flirrend unbestimmt gesetzte Reuelinien,

Ingres zuweilen bestimmt und klar geführte Grenzlinien,

Klimts zärtlich fliessende Linie. 


Ignoriert dabei einmal, WAS gezeichnet wird, sondern beobachtet nur das WIE.



Allgemeines zu den WARMUPS:

 Bei den Warmups lege ich grossen Wert darauf, dass ihr diese so locker wie möglich machen könnt und frei und ungezwungen, ohne gestalterische Auflage, einfach drauflos zeichnet. 
Vermeidet also beim Warmzeichnen alles, was euch hemmen will oder lange überlegen lässt. Das Warmup ist nicht das Endspiel. Die nachfolgenden Übungen sind nur "Freundschaftsspiele", hierbei gibt es nichts zu perfektionieren ;-)....

2 Warmups des Abends:
Zur Einstimmung haben wir  3 grossformatige "Sudeleien" gezeichnet, in der ihr die Aufgaben hattet:

- Mach es Schwarz
- Mach es Mittelgrau
- Mach es kaum Grau

Überraschend vielfältig die Lösungen, warm gezeichnet haben wir uns aber alle dabei. das war das Ziel.

Übungen des Abends:
Wir haben die folgenden Übungen am Abend mit Hilfe einfacher, minimalistischer Musikstücke und ohne jede theoretische Voreinstellung gemacht. 
Wenn ihr das Folgende zu Hause üben wollt, legt euch bitte entsprechende Musik dazu auf, notfalls aber kann man Musik auch nur denken.


 1) STACCATO

Zeichnet auf dem abgegrenzten, viereckigen Spielfeld eines möglichst grossen Blattes alle möglichen abgehackten, abgesetzten Spuren, mal zart, mal kräftig. Immer wieder an- und absetzend, sodass euch ein gewisser Puls oder Rhythmus auffällt, auch in Bewegungen, die euch eigentlich gar nicht liegen.

Wechselt das Tempo, die Kraft, auch die Richtung und Grösse der Spur darf sich ändern. Denkt an ein staccato vorgetragenes Musikstück und zeichnet direkt, was ihr hört. Oder legt euch zu Hause Musik auf und zeichnet dazu, auch mit geschlossenen Augen. Singt oder summt euer Bild.









2) LEGATO

Die gleiche Spielanordnung wie oben, dieses Mal allerdings mit fliessenden Spuren.



3) Staccato und Legato





Übung des Abends:  Staccato, legato, laut und leise, schnell und langsam



Werke des Abends:

"Das große Orchester stimmt sich ein" oder: Ekstatisches kakophonisches Ensemble

alternativ:
Der Lärm der Strasse



Hausaufgabe:

Zeichnet weiterhin alle Möglichkeiten des Ausdrucks zwischen Staccato und Legato, so zart und kräftig wie möglich, mal schnell, mal bedächtig.
Zeichnet auch einmal mit geschlossenen Augen zu eurem Lieblingsstück, experimentiert mit fremden Musikstücken in unterschiedlichen Tempi und anderem Ausdruck.

Schaut, welche Palette an Spuren ein einziges Werkzeug hergibt, indem ihr den Stift in allen erdenklichen Haltungen und mit unterschiedlichem Druck verwendet.

Ruhig auch öfter mal ein ganz systematisches Blatt, auf dem ihr nebeneinander gestellt festhaltet, was ihr entdeckt habt:



Für diejenigen, die Musik nicht mögen (gibt es das??) , lassen sich alle Übungen auch auf Geräusche und Klänge des Alltags übertragen:

Zeichnet eine belebte Strasse - nur den Höreindruck allerdings, nicht die konkreten Dinge!
Oder stellt euch einen Wald vor bzw. seinen Klang. Wie das Meer klingt. Oder der Wind.
Hört mal bewusst Fernsehn und zeichnet spontan, was ihr gerade hört, wie ein seismografisches Gerät.



UNTERWEGS - Von 2011-2022 / Graphic Novel "Unterwegs - 8 authentische Stories" und Ausstellung "Urban Sketching" im Horber Kloster vom 9.9. - 2.10.22

 Ausstellung HORB 9.9. - 2.10.22 GEZEICHNETE REISEBERICHTE - AUSSTELLUNG "Urban Sketching" im Horber Kloster vom Fr. 9.9. - So 2.1...